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  • Von: DOAG Online
  • Development PL/SQL APEX
  • 17.09.2018

In elf Schritten zur erfolgreichen Vortragseinreichung

Der Call for Papers für die APEX Connect 2019 ist eröffnet. Ab sofort gilt es, wieder mehr als 60 Vortragsslots zu füllen. Bei der großen Zahl an APEX-Enthusiasten ist die Konkurrenz unter den Einreichenden allerdings groß. Unsere Tipps und Hinweise helfen dabei, die Chancen auf eine positive Rückmeldung enorm zu steigern. 

1. Gute Selbsteinschätzung

Wenn ein Hype den nächsten jagt und parallel zur rasanten technologischen Entwicklung die eigene Neugier und Kreativität immer wieder für potentielle Vortragsthemen sorgt, ist es nicht einfach, sich für ein Thema zu entscheiden. An der Stelle hilft vor allem eine gute Selbsteinschätzung weiter: Themen, bei denen man sich nicht hundertprozentig wohlfühlt, sollten eher nicht weiterverfolgt werden. Experimentierfreudige sollten sich dessen bewusst sein, dass die Einarbeitung in ein neues Gebiet mit einem Zusatzaufwand verbunden ist: Bereits bei der Vortragseinreichung sollten besondere Kenntnisse und Erfahrungen erkennbar werden.

2. Interessante Themen identifizieren

Schon bei den Vorüberlegungen ist es hilfreich, sich in die Rolle der Zuhörer und der Bewerter zu versetzen: Wie steht es um die Aktualität des Themas? Ist der Vortrag von besonderer Bedeutung für andere APEX-, PL/SQL- und JavaScript-Entwickler? Ein Vortrag von 40 Minuten sollte den Teilnehmern mehr als nur einen groben Überblick bieten. Zwischen Hype und Dauerbrenner stehen Einreichenden unendlich viele Möglichkeiten zur Auswahl.

3. Klaren Fokus auswählen

„Man kann es nicht allen und jedem Recht machen“, lautet eine bekannte Lebensweisheit. Es ist ratsam, sich vom unattraktiven Einheitsbrei abzuheben und sich bewusst für einen gezielten Themenkomplex zu entscheiden – selbst wenn dafür weitere Themen nicht berücksichtigt werden können. Der Versuch, jeden erdenklichen Punkt bei der Vortragseinreichung zu berücksichtigen, um seine Chancen auf eine Zusage zu erhöhen und möglicherweise dann das Interesse eines größeren Teilnehmerkreises zu wecken, könnte genau das Gegenteil bewirken: Verliert ein Vortrag an Fokus, mündet dieser meistens in ausufernde Folienschlachten.

4. Aussagekräftigen Abstract schreiben

Für die Bewerbung wird zunächst nur ein kurzer Abstract von 500 bis 1.800 Zeichen benötigt. Das klingt wenig – gerade deshalb sollte man sich bei der Formulierung besonders viel Mühe geben. Wem das Schreiben schwer fällt, sollte grundsätzlich für einen einfachen Satzbau optieren: Subjekt, Prädikat, Objekt. Eine bloße Aufzählung der Inhalte hat beim Abstract nichts zu suchen. Gedankengänge müssen für den Leser nachvollziehbar sein. Deswegen sollte der Vortrag in eigenen Worten beschrieben werden, immer mit den Zuhörern im Hinterkopf: Welchen Mehrwert werden sie daraus ziehen? Welche Lösungsansätze bringen sie weiter? Beim Schreiben des Abstracts kann zudem auf die bekannten W-Fragen zurückgegriffen werden. Diese können mit etwas Systematik dabei helfen, die wesentlichen Aspekte des Vortrags zu erfassen. Was ist das Thema? Welche Produkte werden dabei berücksichtigt? Warum möchte ich über dieses Thema sprechen und wie will ich den Vortrag halten? Kostenfreie Tools zur Grammatik- und Rechtschreibprüfung wie LanguageTool.org helfen dabei, dem Abstract den letzten professionellen Schliff zu geben, insbesondere wenn der Abstract auf Englisch verfasst wird.

5. Zielgruppe nennen

Auch das Level der Zuhörer sollte man bei der inhaltlichen Vortragsgestaltung nicht aus den Augen verlieren: Bewerber haben die Wahl, ihren Vortrag für unterschiedliche Zielgruppen einzureichen, darunter Einsteiger, Fortgeschrittene und Experten. Die Wahl der jeweiligen Kategorie sollte gut überlegt sein, denn auch die Bewerter werden einen Vortrag für Experten anders beurteilen als einen Vortrag für Anfänger.

6. Praxisbezug schaffen

Eine wichtige Regel lautet: Je mehr Praxisbezug, desto besser – gesucht werden beispielsweise Erfahrungs- und Projektberichte, Tipps und Tricks sowie Best Practices. Die Zuhörer wollen mit auf die Reise genommen werden. Sie werden für konkrete Einblicke in das Projektgeschehen dankbar sein: Mit welchen Überlegungen, Anforderungen und Stolpersteinen wurden die Projektmitglieder konfrontiert? Wie haben sie sich entschieden und warum? Es sollen Tipps und Tricks vorgestellt werden, dann kommen Live-Demos sicherlich gut an. Eine konkrete Beschreibung des Themas sorgt für einen bleibenden Eindruck bei den Bewertern.

7. Theorie anschaulich erläutern

Der Fokus liegt bei der DOAG im Allgemeinen eindeutig auf Praxiswissen. Doch manchmal kommt man nicht umhin, den Teilnehmern etwas Theorie mitzugeben. Beispiele und Analogien sind gute Hilfsmittel, um trockenere Inhalte zu vermitteln. Auch sehr beliebt: Negativbeispiele. Wer in seiner Einreichung klar macht, dass er in der Lage ist, komplexe Themen einfach zu vermitteln, wird beim Bewertungsteam sicherlich punkten.

8. Der Vortragstitel

Steht der Inhalt des Vortrags fest, beginnt die Suche nach einem starken Vortragstitel. Prägnante Titel, bei denen das Thema auf den ersten Blick ersichtlich wird, helfen sowohl dem Programmkomitee als auch den Teilnehmern bei der Auswahl. Dennoch sollten langweilige Titel tunlichst vermieden werden. Das Blättern durch frühere Konferenzprogramme wie das der APEX Connect 2018 kann hier Abhilfe schaffen: Welche Titel animieren zum Vortragsbesuch, welche beschreiben das Thema oder wecken das Interesse? Der Titel sollte 90 Zeichen (inklusive Leerzeichen) nicht überschreiten.

9. Feedback einholen und Netzwerk pflegen

Von der Themenauswahl bis hin zur ausgereiften Einreichung ist es ratsam, sich so oft wie möglich Feedback der großartigen APEX-Gemeinschaft einzuholen. Bei einem Plausch an der Kaffeemaschine mit Kollegen können möglicherweise interessante Problemstellungen einfließen. Auch Tipps erfahrener Referenten könnten sich als wertvoll erweisen. Bei der Formulierung des Abstracts können durchaus auch Laien mitwirken: Es lassen sich bestimmt auch im Bekanntenkreis ein paar Freiwillige mit guter Schreibe zum Korrekturlesen finden.

10. Mehrere Vorschläge einreichen

Jedem Referenten steht frei, mehrere Vorschläge einzureichen. Damit sich die Mühe lohnt, sollten für jede Einreichung die hier genannten Qualitätskriterien berücksichtigt werden. So erhöhen Einreichende nicht nur statistisch ihre Chance auf eine Zusage. Ein wiederkehrender Name bleibt im Bewertungsteam möglicherweise auch eher in Erinnerung. Die Einreichungen sind nämlich nicht anonymisiert.

11. Geduld mitbringen

Wenn alle Punkte berücksichtigt werden und die Absage trotzdem eintrudelt, dann gilt die Devise: Nicht gleich aufgeben! Letztendlich gehört für eine Zusage immer ein Quäntchen Glück mit dazu. Im nächsten Jahr kann noch ein Versuch gemacht werden – und bis dahin gilt: Netzwerk pflegen und Feedback einholen…


Wir wünschen viel Erfolg bei der Bewerbung und freuen uns auf ein Wiedersehen bei der APEX Connect 2019! Vortragseinreichungen sind ab sofort möglich unter https://apex.doag.org/de/referenten/