Ein Wissensfundament rund um Mobile Computing lieferte Jörg Bredlau von Opitz Consulting. In seinem Vortrag „Überblick mobile Lösungen“ zeigte er, welche Einflussfaktoren für die Entwicklung mobiler Anwendungen eine Rolle spielen: Web-, Nativ-, oder doch Hybride-Anwendungen? Wer sich mit dem Thema befassen möchte, sollte die Entscheidung von mehreren Faktoren abhängig machen: Für welche Zielplattformen soll die App entwickelt werden, welche Erfahrungen hat das Entwickler-Team mit mobilem Development gemacht? Müssen Inhalte über Suchmaschinen auffindbar sein? Ist eine Verteilung über App-Store gewünscht? Und darf es auch teurer sein?
Native Apps bieten zwar die beste Integration mit den mobilen Devices, verlangen aber zugleich einen großen Entwicklungsaufwand, wenn mehrere Plattformen unterstützt werden sollen. Während iOS Know-How in Objective-C, C und C++ erfordert, sind die Entwicklungssprachen für die Windows Phones C# und VB.NET. Bei Android und Blackberry wird Java verwendet. Durch die Verfügbarkeit von nativen APIs und Frameworks dürften sich Entwickler nicht täuschen lassen, betont Bredlau. „Mobile Programmierung ist sehr kompliziert, will man guten Code schreiben.“ Außerdem erfordere sie ein tiefes Verständnis des Systemverhaltens.
Die Alternative zu dieser wohl zeit- und kostenintensiven Lösung ist die Web Applikation. Technisch gesehen wird sie wie eine mobile Webseite mittels HTLM, CSS und Javascript realisiert. Sowohl die mobile Webseite als auch die Web Applikation werden per Browser abgerufen. Jedoch läuft eine Web Applikation lokal im Browser und ermöglicht einen Offlinebetrieb. Die Benutzeroberfläche ist interaktiv.
Auch hybride Anwendungen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit: Denn diese sind native Apps mit eingebetteter Webview. Die Hybrid-Architektur ermöglicht einen vollen Zugriff auf die Geräte-APIs, wird allerdings wie eine WebApp mit Webtechnologien erstellt. Das Ergebnis: Die App ist von der Bedienbarkeit her so gut und fast so schnell wie eine native Anwendung, sie kann über die Apps-Stores zur Verfügung gestellt werden und weist den großen Vorteil auf, dass die Entwicklungskosten angemessen bleiben.
Ob Nativ, Web- oder Hybridanwendung – auch die Entwicklungsumgebung spielt eine wichtige Rolle. Auch Oracle mischt da inzwischen mit und bietet die entsprechenden Frameworks. Dass sich auch mit APEX mobile Lösungen entwickeln lassen, war vielen Teilnehmern nicht bekannt. Umso gespannter verfolgten sie den Vortrag „Oracle Apex Mobile“ von Peter Raganitsch, Geschäftsführer von click-click IT Solutions e.U. Der Referent hatte die weite Anreise aus Wien nicht gescheut, um den Teilnehmern Beispiele und Herausforderungen von mobilen Apex-Anwendungen zu präsentieren. Er ist in der DOAG Development Community als ein begeisterter Apex-Entwickler bekannt. Das war auch die Message seiner Präsentation – mit einigen Tipps und Tricks lassen sich heute schon mobile Anwendungen mit Apex erstellen – und das mit der bekannten hohen Produktivität. Das nächste Apex-Release wird voraussichtlich weitere Features für mobile Anwendungen liefern. Die DOAG ist sehr gespannt darauf.
Dr. Jürgen Menge und Volker Linz, beide von Oracle, präsentierten in ihrem Vortrag „Oracle ADF Mobile“ eine noch nicht am Markt vorhandene mobile Erweiterung des bekannten Oracle ADF Frameworks. In Kürze werden erste Versionen an Early-Adopter-Partner ausgeliefert. Mit ADF Mobile können in gewohnter Art und Weise ADF-Anwendungen entwickelt und auf mobile Plattformen verteilt werden. Im SDK-Umfang steht ein simuliertes mobiles Gerät zur Verfügung, um erste Tests zu fahren. Darüber hinaus sollten aber weitere Tests auf reellen mobilen Geräten durchgeführt werden. Als großen Vorteil der ADF-Mobile-Entwicklungsplattform hob Menge die Tatsache hervor, dass Entwickler in einer für sie gewohnten Umgebung JDeveloper jetzt auch mobile Anwendungen erstellen können, ohne neue Tools oder Programmiersprachen erlernen zu müssen. Im Anschluss fand eine Live-Demo statt.
Die Teilnehmer haben diese Lösung als sehr viel versprechend wahrgenommen.
Auch das Datenmanagement ist eine wichtige Seite vieler mobiler Anwendungen. Diesen Aspekt präsentierte Karin Patenge von Oracle in ihrem Vortrag „Unternehmensanwendungen mit lokaler Datenhaltung auf mobilen Endgeräten und deren Synchronisation mit zentralen Anwendungen: Berkeley DB, Mobile Server & Co. im Blick“ zum Abschluss der SIG Development. Insbesondere in diesem Vortrag entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, da viele Teilnehmer zurzeit in ihren Projekten genau diese Aufgabe beschäftigt. In Zusammenhang mit dem Wegfall von Oracle Lite beleuchtete die Dozentin mögliche Migrationspfade zu Nachfolgeprodukten wie Berkeley DB. Dabei spielen eine SQL-API für die Berkeley DB und das Zusammenspiel mit dem Mobile Server eine zentrale Rolle. Last but not least thematisierte Patenge das Pricing der neuen mobilen Produkte. Die Dozentin bot den Teilnehmer Unterstützung bei der Vorbereitung von und eventuellen Problemen in Migrationsprojekten an.
Obwohl der Vortrag „Mobile Konferenzplanung mit dem iConfGuide – ADF Mobile im Praxiseinsatz“ Volker Fortströer von der Firma TEAM krankheitsbedingt ausfiel, bewerteten alle Teilnehmer das Treffen der SIG Development als gelungen. Die zusätzliche Zeit bot eine Gelegenheit, Fragen und Gesprächen mehr Raum zu gewähren. Die Vorträge zur Veranstaltung stehen zum <link termine external-link external link in current>Download bereit. Die DOAG bedankt sich bei allen für die zahlreiche und lebhafte Teilnahme.
Das nächste Treffen der SIG Development findet im Rahmen der DOAG 2012 Development – Erfahrungsaustausch für Software-Entwickler am 14. Juni 2012 in Bonn statt. Weitere Veranstaltungen zum Thema „Mobile Computing“ sind in Planung. Die aktuellen Termine finden Sie <link de events sigs sig-developmenttools.html external-link external link in current>hier. Themenvorschläge für weitere Treffen der SIG Development sind jederzeit willkommen.
| Hinweis: Die DOAG hat eine Themenseite mit dem Schwerpunkt Mobile Computing eingerichtet. Erfahren Sie mehr und diskutieren Sie mit! |
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