Kurz vor dem ‘Konferenzherbst’ der DOAG – mit den ausgerichteten Events KI Navigator, Konferenz + Ausstellung und European NetSuite User Days – erreichte die Redaktion der Wunsch aus der Community, einen Social Media Kanal der DOAG auf Bluesky zu eröffnen. Gesagt, getan!
Ende November 2024, nur wenige Tage nach den drei oben genannten Veranstaltungen, wurde ein Bluesky-Profil der DOAG ins Leben gerufen und mit einem Videoclip zur APEX connect 2025 im Europa-Park in Rust ein erster Post abgesetzt. Zeitgleich wurden über einen Prozess von mehreren Tagen fast 7000 Kurznachrichten aus X, ehemals Twitter, migriert. Dem Bluesky-Kanal der DOAG folgen mittlerweile fast 100 Nutzer.
Der gute Start macht Hoffnung darauf, dass sich der DOAG mit Bluesky eine spannende Alternative für die durch das Verhalten ihres Besitzers Elon Musk und weitere Aspekte in ihrem Ansehen beschädigte Plattform X anbietet. Denn: Aufgrund von anhaltenden Antisemitismus-Vorwürfen, rechtsextremer Hetze, Desinformation, Populismus, Fake News usw. verlassen offenkundig viele X-Nutzer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die Plattform – auch in den Netzwerken der DOAG wird viel darüber gesprochen. Der Trend spricht für Bluesky.
Bluesky – eine kurze Geschichte
Bluesky wurde ursprünglich 2019 von Jack Dorsey, dem Mitbegründer und ehemaligen CEO von Twitter, ins Leben gerufen. Es war zunächst als ein Twitter-Projekt konzipiert, das darauf abzielte, einen offenen Standard für soziale Medien zu schaffen. Damit sollten Plattformen interoperabel und Nutzer unabhängiger von zentralisierten Strukturen gemacht werden. Das Projekt wurde später in ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert und erhielt den Status einer “Public Benefit Corporation”, das gemeinwohlorientierte Ziele verfolgt.
Das Herzstück von Bluesky bildet das “Authenticated Transfer Protocol” (AT Protocol), eine innovative Technologie, die dezentrale Netzwerkkommunikation ermöglicht. Im Jahr 2022 erlangte Bluesky seine Unabhängigkeit von Twitter und wurde zu einem eigenständigen Unternehmen, das sich vollständig selbst finanzierte. Die Leitung des Projekts übernahm Jay Graber, eine erfahrene Software-Ingenieurin, die als CEO die Entwicklung vorantrieb.
Im Jahr 2023 startete Bluesky mit einer Beta-Version, die ausschließlich über Einladungscodes zugänglich war. Dieses kontrollierte Einführungsmodell diente dazu, eine konstruktive und positive Nutzerkultur zu fördern. Seit 2024 ist die Plattform für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Obwohl ihre Funktionalitäten X ähneln, legt Bluesky einen besonderen Schwerpunkt auf dezentrale Strukturen und eine moderierte, community-basierte Verwaltung, um Missbrauch und destruktives Verhalten effektiv einzudämmen.
Bluesky hat sich erfolgreich als Alternative zu Twitter positioniert, insbesondere nach den umstrittenen Änderungen bei Twitter/X unter Elon Musks Leitung. Bis Mitte 2024 konnte die Plattform eine beeindruckende Nutzerbasis von über 5 Millionen Menschen weltweit aufbauen, nach Berichten von CEO today im November diees Jahres sind es mittlerweile über 20 Millionen. Dabei überzeugt sie nicht nur durch technische Innovationen, sondern auch durch ein starkes Engagement der Community und ein durchdachtes Moderationskonzept.
Quellen: Typefully | Win Buzzer | CEO today
(alle zuletzt abgerufen am 12. Dezember 2024, 7:30 Uhr)
Die Motivation von Jack Dorsey
Jack Dorsey hat mehrfach seine Motivation beschrieben, die zur Gründung von Bluesky führte. Er plante mit dem Projekt die zentralisierten Strukturen sozialer Medien herauszufordern und seine Vision zu realisieren, ein dezentrales Netzwerk auf den Weg zu bringen, das den Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten und Inhalte gibt, unabhängig von Plattformen wie Twitter.
In einer früheren Aussage erklärte Dorsey: “Es sollte einen Standard geben, der es Menschen ermöglicht, Plattformen unabhängig zu nutzen und sich nicht an die Regeln einzelner Unternehmen halten zu müssen.” Dorsey wollte damit auch auf die Herausforderungen reagieren, denen sich Twitter (heute X) gegenübersah, darunter Kritik an zentralisierter Moderation, Kontrolle und algorithmischer Beeinflussung. Er sagte in einer Stellungnahme, dass Bluesky “den Kern dessen repräsentiert, was soziale Medien sein sollten: eine Plattform für Nutzerautonomie und Dezentralisierung.” Zu seinem langfristigen Ziel sagte er: “Wir haben zu viel Macht in den Händen weniger Unternehmen gesehen. Mit Bluesky möchten wir ein Modell etablieren, das Innovationen fördert und gleichzeitig den Nutzern die Freiheit gibt, ihre Online-Identität zu kontrollieren.” Diese Aussagen verdeutlichen, dass Dorsey nicht nur eine technische Alternative entwickeln wollte, sondern auch eine Antwort auf die breitere gesellschaftliche Debatte über Macht und Verantwortung in sozialen Netzwerken.
Jack Dorseys Abschied
Im Mai 2024 verließ Jack Dorsey den Vorstand seines mitgegründeten Unternehmens Bluesky, nachdem er bereits Ende 2023 sein eigenes Profil auf Bluesky gelöscht hatte und sich über die Plattform Nostr meldete. Die Gründe blieben dabei im Unklaren. Vermutet wird, dass sie möglicherweise im Zusammenhang mit Finanztransaktionen eines anderen Unternehmens von Jack Dorsey namens Block stehen. Derzeit überprüfen New Yorker Staatsanwälte die Kontakte des Unternehmens zu wirtschaftlich sanktionierten Ländern sowie unter Verdacht stehende Abwicklungen von Krypto-Transaktionen.
Quellen: CEO Today | SocialSamosa | Yahoo! | Gizmodo | Finance Feed
(alle zuletzt abgerufen am 12. Dezember 2024, 8:50 Uhr)


